Misericordiae Vultus

Verkündigungsbulle des außerordentlichen Jubiläums der Barmherzigkeit

Franziskus, Bischof von Rom, Diener der Diener Gottes, erbittet allen Lesern dieses Schreibens Gnade, Barmherzigkeit und Frieden.

14. Die Pilgerfahrt ist ein besonderes Zeichen in einem Heiligen Jahr, denn sie ist das Symbol für den Weg, den ein jeder Mensch in seinem Dasein zurückzulegen hat. Das Leben selbst ist eine Pilgerreise und der Mensch ist viator, ein Pilger auf der Straße nach dem ersehnten Ziel. Auch um zur Heiligen Pforte in Rom oder einem der anderen Orte zu gelangen, muss ein jeder, entsprechend der eigenen Kräfte, eine Pilgerreise machen. Diese soll ein Zeichen dafür sein, dass auch die Barmherzigkeit ein Ziel ist, zu dem es aufzubrechen gilt und das Einsatz und Opfer verlangt. Die Pilgerfahrt soll darum Anreiz zur Umkehr sein. Wenn wir die Heilige Pforte durchschreiten, lassen wir uns umarmen von der Barmherzigkeit Gottes und verpflichten uns, barmherzig zu unseren Mitmenschen zu sein, so wie der Vater es zu uns ist. Unser Herr Jesus Christus gibt uns die einzelnen Schritte für diese Pilgerreise vor, damit wir das Ziel erreichen. »Richtet nicht, dann werdet auch ihr nicht gerichtet werden. Verurteilt nicht, dann werdet auch ihr nicht verurteilt werden. Erlasst einander die Schuld, dann wird auch euch die Schuld erlassen werden. Gebt, dann wird auch euch gegeben werden. In reichem, vollem, gehäuftem, überfließendem Maß wird man euch beschenken; denn nach dem Maß, mit dem ihr messt und zuteilt, wird auch euch zugeteilt werden (Lk 6,37-38).

Pilger auf dem Weg der Barmherzigkeit

 

Papst Franziskus überraschte uns vor einigen Monaten sehr, als er unerwartet das außerordentliche Jubiläum der Barmherzigkeit ansagte. Danach hat er die Verkündigungsbullle Misericordiae Vultus erlassen, in der die zusammenfassende Übersicht des Jahres und die Bedeutung dieses wichtigen Ereignisses festgelegt ist.

Wie es stets im Laufe der Geschichte war, spielt das Pilgern eine bedeutsame Rolle innerhalb dieser Glaubensinitiative. Denn es ist das Hauptinstrument, das den Gläubigen dazu bringt, sich auf den Weg zu einer umfassenden inneren Erneuerung zu machen. Das soll dazu führen, dass er die Anwesenheit und Nähe Gottes noch stärker empfindet, um folglich in der Welt ein Leben von Seiner Liebe inspiriert zu leben.

Darum ist das Kapitel 14 der Misericordiae Vultus der Praxis des Pilgerns gewidmet, das uns im Jubiläumsjahr zusammen mit dem Lukasevangelium zur Barmherzigkeit, die „ein Ziel ist, zu dem es aufzubrechen gilt und das Einsatz und Opfer verlangt“, bringen soll.

Das Pilgern an sich ist ein wirksames Mittel, das uns hilft, „Menschen im Aufbruch“ zu sein, wie es schon für Abraham war und Tradition in der gesamten Bibel ist. Ebenso begegnet auch die Kirche, wenn sie sich aufmacht, um auf dem Weg der Barmherzigkeit zu pilgern, dem Menschen und der Welt, wo er sich befindet. Daher wird es eine christliche Gemeinschaft sein, die aus sich herausgeht und zur Wegbegleiterin der Menschheit wird, indem sie ihr das Evangelium der barmherzigen Liebe Gottes bringt.

 

Don Raimondo Sinibaldi

Direktor des Pilgerbüros - Diözese Vicenza



Romea Strata
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